Beziehungen und Gesetzmässigkeiten im Lehrplan Kindergarten des Kantons Bern, 1999

Der Lehrplan Kindergarten Kanton Bern (1999) nennt Richt-,  Grob- und Feinzielen in den 3 Kompetenzbereichen Selbst-, Sozial- und Sachkompetenz. Beziehungen und Gesetzmässigkeiten sind ein wichtiger Bereich der Sachkompetenz. Als einziges Richtziel im gesamten Kindergartenlehrplan hat die Erziehungsdirektion Bern 2004 eine Umsetzungshilfe herausgegeben, wie an diesem Richtziel  gearbeitet werden kann.

Das Richtziel wird im Lehrplan folgendermassen beschrieben: Die Fähigkeit, Beziehungen und Gesetzmässigkeiten zu erkennen und auf neue Situationen zu übertragen, ermöglicht, dass wir uns in neuen Situationen zurechtfinden können. Kinder nehmen zunehmend wahr, dass ihre Lebenswelt von Gesetzmässigkeiten geprägt ist. Im Kindergarten werden die Kinder dazu angeregt, Beziehungen und Gesetzmässigkeiten zu erkennen.

Die Umsetzungshilfe zum Richtziel erläutert entwicklungspsychologische sowie didaktische Grundlagen und bietet musikalische, mathematische, physikalische und sprachrhythmische  Anregungen, wie Beziehungen und Gesetzmässigkeiten erkannt und dargestellt werden können. Fachliche Förderung im Kindergarten ist also, insbesondere was den Bereich Beziehungen und Gesetzmässigkeiten anbelangt, ein gut wenn auch nicht vollständig aufgearbeitetes Kapitel. So fehlen zum Beispiel explizite Angaben zur Arbeit mit optischen Phänomenen. Des Weiteren haben sich die Operationalisierungen des Richtziels, das sich in den Verben (sprich Aktivitäten der Kinder) „Erkennen“ und „Darstellen“  ausdrückt, immer wieder als zu abstrakt gezeigt. So beziehen wir uns im Rahmen unseres Projektes je-desto auf eine Methodik, die zum vor der  Abstraktion "Erkennen" ein ganzheitliches Wahrnehmen resp. Erleben der Thematik  erlaubt und zum anderen das "Darstellen" sich nicht einzig auf die gewonnen Erkenntnisse bezieht, sondern auch gleich die Möglichkeit bietet, die Voraussetzungen der Kinder – also ihre Vorstellungen und ihr Vorwissen –  zum Ausdruck zu bringen und damit Bewusstwerdungsprozesse und Lernzuwächse für die Kinder sichtbar werden.

 

 

Zusammenhänge und Gesetzmässigkeiten im Lehrplan 21

Der Lehrplan 21 orientiert sich an Kompetenzen und gliedert Schulstufen in Zyklen. Kindergarten und 1./2. Klasse werden zum Zyklus I zusammengefasst und arbeiten an denselben Kompetenzen. 

Da der Lehrplan 21 ein Fachbereichslehrplan ist und Kompetenzen über die gesamte Schulzeit aufzeigt, wird damit neu  auch für den Kindergarten der Kompetenzerwerb nach Fachbereichen strukturiert.

Gleichzeitig soll sich der Unterricht im 1. Zyklus allerdings stark an der Entwicklung der Kinder orientieren und vor allem zu Beginn fächerübergreifend organisiert und gestaltet werden. Diese Entwicklungsorientierung soll allmählich in ein fachliches Lernen übergehen. So formuliert der Lehrplan 21 nebst den Fachbereichen neun entwicklungsorientierte Zugänge, welche die Entwicklung und das Lernen des Kindes ins Zentrum stellen. Diese entwicklungsorientierten Zugänge sollen eine Brücke bauen von den Entwicklungsbereichen zur Fachbereichsstruktur des Lehrplans.

Beziehungen und Gesetzmässigkeiten werden im Lehrplan 21 zu Zusammenhängen und Geseztmässigkeiten (siehe entwicklungsorientierter Zugang 5 im Lehrplan 21). Der Lehrplan 21 hält fest, dass Kinder ein natürliches Interesse an der Welt haben und früh eigene Vorstellungen über die belebte und unbelebte Natur sowie über menschliche Beziehungen entwickeln. Im Rahmen des Unterrichts sei anzustreben, dass Kinder sich Zusammenhänge und kausale Gesetzmässigkeiten erschliessen können, Begriffe aufbauen und eigene Vorstellungen reflektieren, um schliesslich ihr Weltbild zu differenzieren.